Blue Reflection – Ein einziger Wunsch

Und wieder brachte der Publisher KOEI TECMO EUROPE Ltd. ein weiteres Anime-Spiel auf den Markt, dass es so nur sehr selten in Deutschland gibt. Hierbei handelt es sich um ein RPG vom Entwickler Gust, mit dem Namen „Blue Reflection“. Gust sind bekannt für ihre berühmte „Atelier“-Reihe, die sich in Sachen klassisches RPG auch in heutiger Zeit immer noch sehen lassen kann. Auch „Blue Reflection“ stützt sich auf die klassischen RPG-Elemente und mischt sie mit einem modernen japanischen Schulsetting. Ob das Spiel wirklich überzeugen kann erfahrt ihr hier!

Original-Titel: Blue Reflection
Entwickler: Gust
Publisher: Koei Tecmo
Sprache: Japanisch
Untertitel: Englisch
Genre: Rollenspiel
Produzent: Junzo Hosoi
Künstler: Mel Kishida

Mit „Blue Reflection“ setzt Gust auf ein komplett neues Spiel und keine Fortsetzung. Nur Spielmechaniken sind vorherigen Spielen sehr ähnlich und somit nichts neues.

Ein geplatzter Traum

Hinako Shirai ist eine japanische Schülerin, die das Ballet über alles liebt und auf dem besten Weg ist, ein richtiger Profi zu werden. Eines Tages zieht sie sich während des Trainings eine Verletzung am Fuß zu, die laut Ärzten jedoch verheilen sollte. Leider ist dies nicht der Fall. Sie bleibt auch noch über eine lange Zeit und verschwindet so schnell nicht. Hinako ist sich unsicher ob es je wieder heilen wird.

Zwar beginnt ein neues Schuljahr, trotzdem bleibt Hinako zuhause, da sie nicht weiß, für was es sich überhaupt noch zu leben lohnt. Nach einigen Wochen entscheidet sie sich doch in die Schule zu gehen, wegen ihrer Verletzung kommt sie jedoch nur in die „normale“ Klasse.

Ein einziger Wunsch

In der neuen Schule trifft Hinako auf die zwei Mädchen Yuzu und Lime, durch die sie erfährt dass sie ein Reflector, also ein Magical Girl ist, welches die Schule und alle die sie besuchen schützt. Als Magical Girl kann Hinako ihr verletztes Bein wieder frei bewegen. Zudem erfährt sie, dass wenn sie bis zum Schluss dabei ist, sie einen Wunsch erfüllt bekommt, egal um was es sich handelt.

Die drei Mädchen können die Gefühle der Schülerinnen im sogenannten „Common“, einer Parallelwelt, retten und verstehen lernen, um sie so vor einer Rampage zu bewahren. Schnell merkt Hinako aber, dass es nicht ganz so leicht wird wie gedacht.

Lerne!

Die Hälfte des Spiels findet im echten Leben statt. Hierbei hat man sich für ein modernes japanisches Schulsetting entschieden. Neben der Schule könnte ihr abends jedoch zuhause etwas entspannen und entscheiden, ob ihr euch lieber auf den nächsten Tag vorbereiten wollt, also anders gesagt lernen wollt, ob ihr im Badezimmer nochmal an den Tag zurückdenken möchtet oder einfach nur schlafen geht.

Jede Option wirkt sich auf den darauffolgenden Tag aus und entscheidet darüber, was passiert und welche Statuswerte sich erhöhen. Somit bietet euch Blue Reflection also eine kleine Freiheit an Entscheidungen, die sich aber letztendlich nur sehr wenig auf das Spielgeschehen auswirken.

Spiele!

Zwar zeigt sich die farbenfrohe und detailreiche Spielwelt in voller Pracht und weiß sich perfekt in Szene zu setzten, jedoch alles nur auf sehr engem Raum. Trotz vieler guter Ansätze, wie das Layout der Schule, sehen wir mal nicht mehr als die Schule und Hinakos kleines Zimmer. Man hätte die Welt um die Schule etwas mehr ausbauen können, um so dem Spieler ein freieres Gefühl zu geben. Es ist aber trotzdem ein großer Spaß sich einfach mal auszuruhen und die Spielwelt zu betrachten.

Blue Reflection bietet zudem ein Sympathie-System, durch das ihr die Beziehungen zu euren Freunden verstärken könnt, um euer Schulleben und die Bosskämpfe angenehmer zu gestalten. Neben plötzlich auftretenden Entscheidungen, die einem Dating-Simulator ähneln, könnt ihr eure Freunde auf einen Ausflug einladen, bei dem ihr euren Gegenüber besser verstehen lernen könnt. Auf Dauer kann das durchaus nervig oder auch langweilig wirken, trotzdem binden die Abwechslungsreichen Gespräche mit den einzelnen Charakteren den Spieler noch mehr an die Vielzahl von Nebencharakteren.

Kämpfe!

Blue Reflection setzt auf klassische rundenbasierte Kämpfe, in denen euch eine Leiste am oberen Bildschirmrand anzeigt, wer den nächsten Schlag ausführen wird. Durch vielerlei Attacken könnt ihr den Zug des Gegners auch etwas nach hinten verschieben, um euch einen klaren Vorteil im Kampf zu verschaffen. Durch Fragmente, die ihr von euren Freunden bekommt, ist es euch auch möglich einzelne Attacken individuell zu verstärken.

In Bosskämpfen könnt ihr zusätzlich Support-Attacken ausführen, die zufällig nach einer euren Attacken auf dem Bildschirm auftauchen. Zudem ist es möglich durch einen Counter, der sich aufladen muss, mehrere Attacken hintereinander ausführen. Mit seinem klassischen Kampfsystem schafft es Blue Reflection also zumindest alte Spieler zu begeistern. Aber auch für Neueinsteiger ist das einfach zu verstehende Kampfsystem perfekt geeignet, da es nicht zu viele unnötige Extras beinhaltet, welche vielleicht lediglich 1/3 der Spieler benutzten würden.

Ein fantasievoller Alltag

Wie immer versteht sich Gust auf einen wunderbar anzuhörenden Soundtrack, mit welcher man perfekt in die Geschichte eintauchen kann. Die Musik passt in jede Situation und vermittelt zudem die Gefühle einzelner Charaktere. Wie in jedem Spiel von dem Entwickler handelt es sich hier um eigens für das Spiel komponierte Musik, die man so nur im Spiel hören kann. Ihr wollt euch die Musik trotzdem irgendwie anhören? KOEI TECMO EUROPE Ltd. hat auf Youtube einen Teil des Soundtracks zum kostenlosen anhören hochgeladen:

Auch die Auswahl an Charakteren spielt eine große Rolle in den Spielen von Gust. In Blue Reflection hat jeder Charakter seine ganz eigene Persönlichkeit die in den Gesprächen und Bewegungen deutlich gemacht werden. Durch die Thematik starker Gefühle trägt jeder Charakter zudem seine ganz eigenen Probleme mit sich herum, die stark an eigene Probleme erinnern. An sich kann man also behaupten, dass ohne so gut geschriebene Charaktere, „Blue Reflection“ ein schlechteres Spiel gewesen wäre, da dadurch ein großer Teil des Charmes verloren gegangen wäre.

Fazit

Blue Reflection hat noch viel Luft nach oben, wenn es um den Ausbau der Spielwelt geht. Gelegentliche Frame-Einbrüche können leider auch öfters auftreten. Trotz allem überzeugt das Spiel mit einer Vielfalt an einzigartigen Charakteren und einer Geschichte, welche man so nicht oft sieht. Mit seinem ganz eigenem Style und dem vertrauten runden-basierten Kampfsystem, kann es sowohl Fans von japanischen Spielen, als auch Neueinsteiger in seinen Bann ziehen. Blue Reflection ist eine gelungene Mischung von alltäglichem Leben, die enthalten Probleme darin und einem fantasievollen Kampf, um die Welt vor dem Bösen zu beschützen.

Blue Reflection

PlayStation 4 (29.09.2017): Amazon
PC (29.09.2017): Steam

© Gust | Koei Tecmo | Junzo Hosoi
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