Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova

Bei unserer heutigen Review geht es um eine ganz spezielle Serie, von der ich bisher nicht wusste, dass es sie gibt. Dabei verzichtet die Serie auf herkömmliche Animationsmethoden und setzt vollständig auf CGI-Animation. Das ist jedoch nicht unbedingt schlecht, im Gegenteil: Besonders bei dieser Serie kommt das ganze sehr gut zur Geltung. Nachdem wir uns die Serie angesehen haben, können wir eines definitiv festhalten: Man sollte sie nicht unterschätzen und gehört zu den am wenigsten beachteten Anime-Serien 2017! Überaus interessante Story, abwechslungsreiche Folgen ohne den roten Faden zu verlieren und selbst Zuschauer die nicht Fan solcher Genre sind, werden voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Viel Spaß also beim lesen!

Original-Titel: 蒼き鋼のアルペジオ ‐アルス・ノヴァ‐
Synonym: Aoki Hagane no Arpeggio: Ars Nova
Typ: Serie
Studio: Sanzigen
Regie: Seiji Kishi
Produzenten: Sotsu, KlockWorx, flying DOG, Ultra Super Pictures, Showgate, Shounen Gahousha
Publisher in Deutschland: KSM Anime (lizenziert)

 

Durch die globale Klimaerwärmung und dem Meeresspiegel-anstieg verloren die Menschen ganze Landstriche und wurden ins Landesinnere verdrängt. Die Folgen der Klimaerwärmung sind bereits schon zu spüren. Alle Länder auf der Welt werden mit diesem Problem konfrontiert. Doch leider ist das nicht alles. Denn die Menschheit steht vor einem weiteren, viel größeren und weitaus schlimmeren Problem.

Wir schreiben das Jahr 2039, in welchem die Vereinten Nation, die gesamte Menschheit, sich für den letzten großen Kampf gegen einen unbekannten Feind sammelt: Die sogenannte Nebelflotte, die aus dem Nichts auf der Erde erschienen ist. Trotz der unglaublich riesigen und vereinten Angriff, können sie den Feind mit ihren hochmodernen Waffensystemen nicht aufhalten.

Dadurch wurden die Menschen von den Weltmeeren verdrängt. Seewege blockiert, Hilfsgüter und Unterstützung für andere Länder somit ausgeschlossen. Es wurde alles zerstört, was den Menschen zur Kommunikation und für die Infrastruktur genutzt hat. Die Länder stehen isoliert da. Die Wirtschaft ist völlig kaputt. Ein vollständiger Stillstand der Wirtschaft aller Länder ist somit die Folge.

So fängt unsere Geschichte von Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova an. Unser Hauptprotagonist Gunzō Chihaya, ein Schiffskadett, hat es nicht ganz einfach in seiner Kadettenschule, da er mit verschiedenen Problemen konfrontiert wird. Einzig und allein seine Freunde stehen weiterhin zu ihm. Es handelt sich hier um Kadetten, welche die Offizierslaufbahn einschlagen.

Da er und viele andere angehende Offiziere sind, erhalten sie einen Einblick in einen geheimen Hafen, in welchem sie herausfinden, dass die Menschen es geschafft haben, eines dieser Nebelschiffe zu erbeuten: Das Uboot I-401. Ein Uboot, bei dem man annehmen könnte, es wäre von Menschen gemacht, aber tatsächlich nicht ist. Nichtsdestotrotz reagiert das Schiff auf Gunzo, und vor ihm steht am nächsten Tag plötzlich ein wunderschönes Mädchen mit Weißen Haaren, die wohl sehr lange auf der Suche nach ihm war und um weitere Anweisungen bittet.

Zwar denkt Gunzo zunächst, dass es sich hierbei um einen Streich handelt, doch er merkt schnell, dass es sich bei dem Mädchen um eine Anhängerin des verhassten Feindes, der Nebelflotte, handelt. Doch was möchte jemand von der Nebelflotte in Menschenform von ihm und vor allem, wieso hat sie so lange auf ihn gewartet?

Es stellt sich heraus, dass es sich um ein Avatar (oder auch das Interface) des Schiffes handelt, dem I-401. Sie repräsentiert also das Uboot und ist sozusagen Herz und Hirn, aber auch Schlüssel. Ihr Befehl lautet, Gunzo zum Schiff zu bringen und unter seinen Anweisungen zu dienen. In einer ganz prekären Situation entschied er sich, in das Uboot zu steigen, welches sich kurz davor aktivierte und sich selbstständig auf den Weg zu ihm gemacht hat.

Nun befindet sich Gunzo – später auch zusammen mit seinen Freunden – auf der Flucht und wird sowohl von der Vereinten Nationen, als auch der Nebelflotte (aufgrund von Ionas Zusammenarbeit mit einem Menschen), als Verräter angesehen und befinden sich nun in einem Krieg ohne jegliche Unterstützung gegen einen Feind und eine Spezies mit Waffensystemen, die es überhaupt nicht geben sollte.

Doch der ruhige Moment währt nicht ewig, denn auch die gegnerischen “Nebelschiffe” besitzen ihren eigenen Avatar und Fähigkeiten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Fortschreiten ihrer Mission wird dadurch nicht vereinfacht.

Der Unbekannte Feind

Hervorragend umgesetzt sind die Nebelschiffe, die urplötzlich mitten in der Krise auftauchen. Diese 2. Weltkriegsschiffe tauchten an jedem Punkt der Erde auf. Zusätzlich werden diese Schiffe durch einen sehr seltsamen Nebel verdeckt (deshalb auch “Nebelschiffe”). Die Technik, welche diesen Schiffen zur Verfügung steht, scheint auch nicht ganz aus der Mode zu sein. So besitzen diese Schiffe eine Art Photon-Kanonen sowie eine Art Energie-Feld, die jegliche Art von Angriffen abwehrt.

Die Serie setzt ihren Fokus sehr stark auf die einzelnen Avatare, die ihre jeweiligen Kriegsschiffe repräsentieren, wie etwa die I-400 Uboot-Kreuzer-Reihe (Hauptprotagonistin und Avatar Iona), oder aber auch den japanischen schweren Kreuzer Takao 1930 (Protagonist & Avatar Takao). Jedes dieser Schiffe hat besondere Eigenschaften und auch Methoden, den Feind zu schlagen. Obwohl es Weltkriegsschiffe sind oder zumindest so aussehen (und entsprechend ihre Bezeichnung hierfür), wurden diese Schiffe von dieser unbekannten Spezies kreiert und “aufgerüstet”.

Jedenfalls kommen diese Schiffe nach Jahren erstmalig in den Genuss, einen physischen Körper zu haben, müssen jedoch weiterhin strikt nach den Befehlen der Nebelflotte handeln. Diese Avatare sehen sich als Waffen ohne Gefühl.

Ein sehr interessanter Aspekt welcher aufkommt, ist die Tatsache dass der Fokus auf die Avatare gerichtet ist, wie sich diese in “menschlichen Situationen” verhalten. Ungern möchten wir das näher aufführen, doch die Serie schafft es ziemlich gut, dass diese sogenannten “Waffen” (=Avatare) eine menschliche Perspektive annehmen.

 

Art of War – und Animation

Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova ist schonungslos dargelegt eine Action-Orientierte Science-Fiction Kriegsserie. Die Charaktere sehen hochwertig gerendert und sehr gut animiert aus. Auf die Darstellung der einzelnen Kampfszenen wurde eindeutig viel Wert gelegt.

Die Kämpfe an sich für jeden Fan des Krieggenres im Bereich Uboote und Kriegsschiffe ein Genuss. Besonders gut kommen die einzelnen Avatare an, die die jeweiligen gegnerischen Kriegsschiffe repräsentieren und jede von ihnen kämpft mit ganz anderen Methoden. Jedoch folgen die Avatare, die ihre Schiffe repräsentieren, nichts anderes als ihren Anweisungen und entwickeln für sich lediglich logische Angriffstaktiken und Muster, wobei sich hierbei womöglich ihre Schwäche zeigt. Im Vergleich zu anderen Schiffen wird das übergelaufene I-401 “Iona” von einer menschlichen Crew gesteuert. Das es so zu waghalsigen Momenten oder Situationen kommt, fernab jegliche Logik ist selbstverständlich.

Viele Szenen, in welchen sich bei einem Schlachtschiff dutzende Luken öffnen und etliche Marschflugkörper empor steigen, sind klasse umgesetzt wie die nachfolgende Kameraführung nahezu perfekt in die Szene gesetzt wurde.

Obwohl die Stärke hier auf den einzelnen Kampfszenen liegt, kommen auch Zuschauer auf ihre Kosten, die nicht wirklich Fans vom Kriegsgenre sind. Denn auch hier gibt es viele schöne und aber auch lustige Szenen mit Iona. Als menschliche Gestalt hat sie es oft schwer, der menschlichen Logik zu folgen. Hin und wieder kommt es so zu skurrilen und lustigen Situationen, geprägt von ihren zunächst emotionslosen Gesichtsausdruck.

Weiterhin gibt es auch einige ruhige Episoden, welche sich nur mit dem (Nebel-)Avatare beschäftigen. Wenn sich Waffen in Form von einem physischen Körper ohne Herz und Seele, plötzlich der menschlichen Logik gegenüber stehen. Dies möchten wir aber natürlich nicht näher erläutern.

Insgesamt eine sehr hochwertige Anime-Serie, die von KSM hierzulande in Deutschland lizenziert wurde. Das Genre siedelt sich hier im Bereich “Militär” und “Science-Fiction” an, wobei noch zusätzlich dazu kommt, dass es sich um ein CGI-Serie handelt, was auch nicht jedermanns Sache ist. Einige kleine Romanze-Momente, ein klein wenig Fanservice und ruhige aber auch interessante Episoden wird man hier antreffen. Die Serie, man liest es also heraus, ist sehr abwechlungsreich gestaltet, ohne dass sie den eigentlichen roten Faden verliert. So muss Anime sein!

Bekannte Besetzung aus anderen Animes

Regie wird von niemand anderem geleitet als von Seiji Kishi, der übrigens auch für die Anime-Umsetzung von Angel Beats, Assassination Classroom, Persona 4 und eben auch für die Danganronpa-Reihe zuständig gewesen ist, um mal einige bekannte Animes zu nennen. Doch nicht nur er, sondern auch weitere Mitglieder des Produktionsteams sind nicht ganz unbekannt. Satoki Lida übernimmt die Verantwortung für die Musik, bekannt aus Charlotte, Devil Survivor 2, Persona 3 & Persona 4,

Durchaus hat man also einige Personen im Hintergrund, die bereits Erfahrung vorzeigen konnten. Das merkt man in der Serie sehr gut. Denn die Umsetzung war unserer Meinung nach sehr gelungen.

Musik

Was wäre ein Anime, ohne die passende Musik. Wie schon erwähnt kommt hier Satoki Lidai ins Spiel, der schon einige Animes erfolgreich mitgeleitet hat. Man muss sagen, dass die musikalische Umsetzung von Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova Grundsolide und gut ist. Die einzelnen Gefechtsszenen werden mit einer guten musikalischen Untermalung gut hervorgehoben, und auch in einigen ruhigen Szenen fand sich die passende Melodie. Die besondere Stärke liegt allerdings beim Opening und Ending.

Das Opening nennt sich Savior of Song von Nano & My first Story und passt ziemlich gut zur Serie. Da ist es auch nicht verwunderlich, wenn im Musikvideo im Hintergrund ein echter Kreuzer als Kulisse fungiert.

Die Endings sind ebenfalls nicht ganz unbekannt und stammen von eher bekannten Künstlern, wie etwa das Ending Blue Field von Trident (1), eine etwas fröhlichere und hippere Melodie, “Innocent Blue” (ebenfalls von Trident) (2) und Our Story von Nano (3). Die Musik wirkt, wie die Serie selbst, passend zur Szene gesetzt und abwechslungsreich. Passend zu den einzelnen Folgen als krönender Abschluss.


KSM “Story-Trailer” zu Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova

 

Die Anime-Serie macht alles richtig, was man nur richtig machen kann. Sehr hochwertig gestaltet, abwechlungsreich ohne den Fokus zu verlieren, eine interessante Geschichte und auch für Zuschauer ohne Hang zum Kriegsgenre interessant. Ein erfrischend neuer und eigener Stil, wovon es heute leider nur wenige gibt.

Wir wurden super unterhalten und Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova gehört definitiv zu den Serien, die man sich öfters ansehen wird.

Eine kleinere Schwäche hat die Serie durchaus. Obwohl trotz der geballten Action genug Zeit auch in die Charakterentwicklung der Avatare investiert wurde, hat man von der eigentlichen (menschlichen) Crew kaum bis nichts gesehen. Die Hintergründe, ihre persönliche Geschichte oder wie sie überhaupt der Crew beigetreten sind, ist recht verschleiert. Das lag wahrscheinlich einfach nur an der 12 Episoden-Problematik, da einfach zu wenig Zeit vorhanden ist. Aber hier müssen wir sagen, dass es in dem Fall eine bessere Entscheidung war, als dass auch hierfür viel Zeit investiert worden wäre und das gesamte Konzept gar nicht mehr funktioniert hätte. Wir haben schon in anderen Animes erlebt, dass innerhalb von 12 Episoden so viele (relevante-)Inhalte wie nur möglich reingesteckt wurden und es nach hinten los ging.

Sieht man von dieser kleinen Schwäche nun ab, erhalten wir einen klaren Geheim-Favoriten, der sein (Nischen-)Genre voll und ganz erfüllt.

Auch Leute, die nicht unbedingt Fan von CGI-Produktionen und von diesem Genre sind, können durchaus einen Blick riskieren. Denn Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova gehört definitiv zu den Animes welche man leicht unterschätzt.

Wer nicht genug davon hat, dem empfehlen wir ausdrücklich sowohl den Film, als auch begleitend bzw. Ergänzend dazu den Manga, der wesentlich mehr Stoff bietet und mehr ins Detail geht. Die Zeichnung im Manga ist überwältigend und setzt nochmal eins oben drauf. Der Film mit dem Titel Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova – DC wurde kürzlich in Japan veröffentlicht und besteht aus zwei Teilen (der erste Teil ist eine reine Zusammenfassung der TV-Serie).


Limited Edition von Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova

Übrigens wird von KSM Deutschland eine Limitierte Sonderausgabe (1500 BD-Versionen und 1000 DVD-Versionen) von Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova veröffentlichen. Diese erscheint am 15. Mai 2017 und kann schon jetzt vorbestellt werden.

Doch was genau ist der Inhalt der Limited Edition?

Insgesamt kommt die Serie in einer limitierten und nummerierten Hardcover-Box, mit 3 Postkarten, ein DIN A4-Poster sowie 2 Aufkleber, Panorama-Flyer und ein Episoden-Artbook. Am Rande erwähnt sei das FSK-Wendecover.

Wenn euch die Serie interessiert, könnt ihr gerne über unseren Partner-Link die Limited-Edition vorbestellen!

Alternativ habt ihr die Möglichkeit, diese bei KSM direkt zu beziehen. Wir wollen nicht versäumen, euch in Kenntnis zu setzen, dass KSM nun einen eigenen (Partner-)Online-Shop mit dem Namen “Anime-Planet.de” betreibt. Zur Produktseite gelangt ihr hier.

Möchtet ihr allerdings vorher schauen, ob euch Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova wirklich gefällt, könnt ihr auf Clipfish das ganze mit Ger Sub (Untertitel auf Deutsch) und O-Ton ansehen. Hier gelangt ihr zu Clipfish.

Arpeggio of Blue Steel Ars Nova Limited Edition Inhalt

Arpeggio of Blue Steel: Ars Nova Review zum Limited


© Aoki Hagane no Arpeggio: Ars Nova | Sanzigen | Lizenziert in Deutschland: KSM Deutschland
© Videos: Alle Videoclips entsprechen den offiziellen Trailer & Presse-Clips von offiziellen oder zertifizierten Stellen.


 

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