Aokigahara

In Japan gibt es viele schöne Dinge. Mitunter Stadt- und Nachtleben, Kultur, Feste und Animes. Jedoch auch Disziplin und Ordnung. Jeder lächelt, und nickt. Man ist im großen und ganzen freundlich zueinander.

Aokigahara

Doch auch Japan hat seine Schattenseite. Am Fuß des Fuji, an der Nordseite, gibt es einen besonderen Wald. Das „Besondere“ allerdings ist eher weniger erfreulich. Der Wald, welcher rund 35 km² groß ist, nennt sich „Aokigahara“. Dieser ist inzwischen ein Naturdenkmal und erlangte auch im Ausland eine traurige Berühmtheit.

Aber was ist denn nun mit diesem Wald? Wenn es ein Naturdenkmal ist, sollte es doch etwas gutes sein! Zu aller erst, gehen wir in das Jahr 1960 zurück. Das Buch „Nami no to“, Japanisch für „Der Wellenturm“, erschien zu dieser Zeit. Es geht hierbei um die Geschichte, einer Liebeskranken Protagonistin. Sie nahm sich in dem besagten Gebiet ihr Leben.
Das Buch erlangte daraufhin eine starke Beliebtheit unter Suizidalen. Nun gingen viele Menschen, die mit diesen Gedanken gequält wurden, in den Wald um sich ebenfalls umzubringen.

Die Polizei und Feuerwehr, veranstalten jährlich Durchsuchungsaktionen. Sie durchkämmen dabei den gesamten Wald. Bis heute werden von vielen Selbstmorden, aber auch von Selbstmordversuchen berichtet. Die Zahl steigt jährlich, in zwei bis dreistelligen Bereichen.

Besucher welche die Absperrungen der Polizei ignorieren, sehen bereits nach wenigen Schritten viele persönliche Gegenstände auf dem Boden verteilt. Zum Beispiel finden sich Dinge wie etwa Taschen, Regenschirme, und selbst auch elektronische Geräte, die nie aufgesammelt worden sind.
Dieser Ort ist von einer schaurigen Atmosphäre geplagt und viele Besucher überfiel ein beklemmendes Gefühl und wollten direkt wieder weg.

Als Grund hierfür sieht man die wirtschaftliche Situation von Japan (laut einer Quotenliste liegt Japan auf Platz 1, mit der höchsten Schuldenquote). Natürlich trägt der Leistungsdruck in der Schule und der auf der Arbeit auch dazu bei. Japan steht auf Platz 8 mit der höchsten Selbstmordrate pro 1000 Einwohner, wobei die Daten leider nicht auf dem neusten Stand sind.

Dank der Präventionsarbeit der japanischen Polizei und allgemeine Aufklärungsarbeiten, berichten die japanischen Medien, dass die Zahl der Selbstmorde rückläufig ist – auch wenn sie noch viel zu hoch ist. Ein kleiner Trost für die Menschen.

Bildquelle: Sean Pavone @ Shutterstock (140744908)

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