Journalistischer Sündenbock: Anime und Manga

Wahrscheinlich kennen viele die Tatsache, dass es Medien-Sender gibt die von sogenannten “Spielsüchtigen” und “schlecht sozialisierten Kindern” sprechen und drehen dabei mit einem voll ausgestatteten Equipment ihre Tour auf diversen Game-Convention oder Manga-Messen. Es dürfte wohl niemand verwundern, dass es eben auch solche wenn auch zwielichtige Presseberichte gibt – auch von großen privaten Sendern wie etwa RTL oder ProSieben.

Zuletzt erst mussten sich die Verantwortlichen für einen provokanten und nicht-objektiven Beitrag auf RTL bei den Zuschauern entschuldigen. Mittlerweile scheint ebenso auch die Tatsache angekommen zu sein, dass Videospiele oder Mangas niemanden “auf die schiefe Bahn” bringen – mit vereinzelten Ausnahmen (auf beiden Seiten).

Journalistischer Sündenbock: Der schlechte Einfluss von Anime

Aus der “Geschichte des Mangas” (oder: Manga – an diese Stelle beliebig) konnte man so einige Situationen herauslesen, in denen es auch düstere Momente für die Anime- und Manga-Industrie gab. Momente, in denen Personen mit dem Gedankengang von “Manga – schon einmal irgendwo gehört” zu einem “Manga – das war doch diese spezielle Art von …” gewechselt sind, da durch die Bekanntheit von Politischen Diskussionen oder gar Gewaltverbrechen, mehr Leute erreicht wurden als auf konventionellen Wegen.

Ganz zum Nachteil der Anime- und Manga-Fans. Diese hatten in Japan einen so starken Einfluss, dass es auch Momente gab in denen es nicht Vorteilhaft war, sich entsprechend zu “outen” oder gar ein Manga-Buch mit zur Schule zu nehmen (was allerdings auch heute noch zum Teil so ist).

Wir möchten euch in dem heutigen Beitrag einige Beispiele aufzeigen, welche düstere Vergangenheit und Öffentliches Aufsehen der beliebte Jugendkultur in Japan und welchen Einfluss dieser auf dem weiteren Verlauf hatte.

Manga lesen in der Öffentlichkeit verpönt

Boulevard-Medien reissen sich um die neueste Meldung, völlig egal wie kurios es klingen mag. Nur dieses mal gab es eines Tages einen politisch interessanten Artikel. Politiker Tarō Asō, seit 2012 Finanzminister Japans – besuchte gelegentlich den beliebten Fan-Viertel Akihabara und sprach auch öffentlich davon, dass das Lesen von Mangas und das Schauen von Animes sein Hobby seien. Viele würden sich an dieser Stelle nun fragen, was eigentlich so schlimm an dieser Sache ist. Ist es denn nicht cool, wenn ein Erwachsener in der Öffentlichkeit entsprechend für sein Hobby (und in dem Fall bezüglich Anime und Manga) eintritt?

So ungefähr funktioniert das ganze leider hierzulande nicht. Obwohl in diesem Fall ein Draht zu den jungen Leuten gesucht werden wollte, zerrissen dies doch viele Boulevard-Medien für seine diverse Aussagen und es zog unzählige Kritiken nach sich. Dass “Mangas” nur für Jugendliche oder gar Kinder sind und ein Politiker sich von so etwas distanzieren solle – das hört man doch sehr oft – zumindest von alteingesessenen.

Japans Militär-Propaganda im neuen Jahrzehnt

Eine interessante Situation gab es 1974 im japanischen Fernsehen, als erstmalig eine neue Serie auftrat und viele Anime-Fans in ihren Bann zog. Die Rede ist von “Space Battleship Yamato” – bis heute ein Klassiker-Anime mit zahlreichen Filmen, OVA, Remakes und einer Realverfilmung. Ein zu der Zeit erstklassiges Pendant zu Star Wars.

Space Battleship yamato

Doch die Freude auf kämpfende Raumschiffe wehrte nicht lange – denn es sorgte auch im politisch-liberalen Lagern für ordentlichen Zündstoff. Es folgten Diskussionen über das Glorifizieren des japanischen Kaiserreiches bzw. der kaiserlichen Marine aus dem zweiten Weltkrieg – gerade weil es um die “Wiederauferstehung” des Schlachtschiffes “Yamato” geht. Auch sonst war man trotz zahlreichen Fans und positiver Resonanz nicht sehr erfreut über eine neue Anime-Serie, die sich im Militär-Genre ansiedelt.

Die Diskussion klingte jedoch relativ schnell wieder ab. Eine ähnliche folgte schließlich bei der steigenden Popularität des Spiels “Kancolle – Kantai Collection”, welches die Thematik von japanischen Marineschiffen aus dem 2. Weltkrieg nochmals aufgriff (hier lesen).

Otaku-Killer – plötzlich sind alle Animes schlecht

Einer der wohl bekanntesten und zugleich härtesten Fälle, welcher mit der düsteren Geschichte des Anime und Manga zu tun hatte war ein Kriminalfall im Jahre 1988 und 1989. Der sogenannte Schüler namens Tsutomu Miyazaki, eigentlich unauffällig und bislang Spitzen-noten, durfte auf die Geschichte in Japan und Presse für eine sehr lange Zeit eingehen. Die Taten die er dabei vollbrachte, durfte wohl zu einer der schrecklichsten in Japan in der Nachkriegszeit gehören, dass das oberste Gericht Japans seine Hinrichtung akzeptierte.

Da er als sogenannter “Otaku-Killer” bekannt wurde, dürfte in Angesicht seiner insgesamt 5760 Videokassetten mit Anime- und Horror-Filmen nicht verwundern. Viele Aufnahmen von seinen Taten überspielte er auch in scheinbar ganz normalen Videokassetten, die die japanische Polizei entdeckte. Die Meinung bildete sich innerhalb der Gesellschaft, dass Animes einen sehr schlechten Einfluss auf eine Person nehmen. Bis heute ist der sogenannte “Otaku-Killer” das Sinnbild eines Journalistischen Paradebeispiels, bestimmte Medien mit Erfolg schlecht zu reden und in der Bevölkerung diese Meinung zu akzeptieren.

Wer sich mehr darüber informieren möchte, kann gerne hier vorbei schauen bzw. “reinhören”.

Ecchi war geboren – und dazu eine neue Jugendsünde

Harenchi GakuenDass in der Geschichte des Mangas sich Genres erst etablieren mussten, ist logisch und bekannt. Doch eine bestimmte Form von Genre dürfte wohl sowohl bei den jungen männlichen als auch dem älteren Publikum gut eingeschlagen sein. Das sogenannte “Ecchi-Genre” – von Manga-Legende Go Nagai erschaffen – sorgte ebenso für einen unterhaltsamen Diskussionsstoff.

Mit dem Manga Harenchi Gakuen für das Shonen Jump Magazin, sorgte Autor Go Nagai für zahlreiche wütende Eltern. Es hatte lediglich die strikte Regel, sich vom Genre “Hentai” klar abzugrenzen.

Trotzdem schienen nicht viele darüber erfreut zu sein, dass in einen Manga-Buch für Jugendliche wesentlich mehr (Halb-)Nacktheit und Bikinis zu sehen waren. Von sogenannter “Soft-Erotik” ohne Explizite Darstellung, jedoch mit “fließendem Übergang” zum Hentai-Genre (wenn man es wollte) war die Rede.

Der Manga lief 4 Jahre und erreichte insgesamt 13 Bänder.

Anime-Tipps zum Thema “Otaku” und “Geheimnis”

Es gibt auch einige Animes mit einer interessanten Geschichte. Beispielsweise wollen wir euch den Anime “Oreimo” (ausgeschrieben: Ore no Imouto ga Konnani Kawaii Wake ga Nai) vorstellen, in dem es genau um diese Thematik geht. So muss eine Schwester vor ihren Eltern ihr Hobby verstecken. Hierbei soll ihr Bruder ihr dabei helfen. Wer sich also dafür interessiert, für den ist dieser Anime bestimmt eine gute Wahl.

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