Anime-Motive auf Autos – Itasha 痛車 erklärt

Was gibt es wohl schöneres, als seine Leidenschaft mit anderen Menschen zu teilen und diese Freunden und der Familien zu zeigen. Zugegeben, könnte es vielleicht den einen oder anderen etwas erschlagen, wenn man demjenigen seine riesige Sammlung an Merchandise zeigen möchte. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn die eigene Leidenschaft so hingebungsvoll ist.

Doch vielen Fans und Otakus ist das natürlich nicht gut genug und sie verlangen mehr. Etwas größeres. Etwas, was noch mehr Aufmerksamkeit bringt. Um genau zu sein handelt es sich hierbei um das eigene Auto, welche mit bestimmten Anime-Motiven verziert wird.

So gibt es das auch auf diversen Veranstaltungen. Das wirklich erstaunliche dabei ist allerdings die Herkunft und besonders die steigerung der Aufmerksamkeit dieses Trends. Denn dies ist zur damaligen zeit tatsächlich eher aus Tollerei entstanden und hatte keinen wirklich nennenswerten Hintergrund, bis diese allerdings so populär wurden, dass diese Autos, die so ein Anime-Motiv hatten, einen eigenen Namen bekommen haben: Itasha.

Hierbei ist es völlig egal, mit welchem Motiv das eigene Auto bedruckt wird. Ob von K-On, Madoka Magica, Hatsune Miku oder gar einfach Umaru. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Doch wie kommen diese Motive überhaupt an dem Wagen?

Das ist in der Regel einfach erklärt: Die Motive werden auf eine Folie gedruckt, die aus drei Lagen bestehen. Während also die erste Lage gezogen und die zweite Lage mit dem Motiv, die auch die klebende Seite ist, an den Wagen angebracht wird, wird die dritte Lage, die das Motiv schützt, ebenfalls abgezogen. Der Aufwand hält sich also somit in Grenzen – ist einfach aufgeklebt und bei Bedarf kann es rückstandslos und problemlos wieder entfernt werden. Allerdings muss hier sehr sorgsam gearbeitet werden und es wird sehr viel Geduld von nöten sein. Siehe hier.

Twitter: @OKUandIBU

Welche Autos dürfen damit bedruckt werden?

Entgegen vieler Meinungen werden nicht nur japanische Automarken mit diesen Motiven verziert. Wäre auch totaler Humbug. In der Szene, aber auch im Motorsport, kommen verschiedene Itashas vor, wie etwa BMW oder Mercedes. Wobei diese nicht nur im legalen Motorsport vorkommen, sondern auch in diversen Untergrund-Szenen (u. a. Illegale Straßenrennen), vor allem in japanischen Großstädten.

Woher kommt Itasha – und weshalb der Hype?

Die Gestaltung an sich gab es zwar bereits in den 80er Jahren, doch besonders in der Autosport-Szene wurde diese besonders populär und verbreitet. Dadurch ist regelrecht der Hype entstand. Die Bezeichnung hierfür ist “Itasha” (jap. 痛車) und stammt aus den Worten “itai” (痛い, auch “Schmerzhaft”) und “sha” (車, auch “Fahrzeug”). Sinngemäß in dem Kontext wird es wohl als “schmerzhaft für das Portemonnaie”, laut dem Wikipedia-Artikel, übersetzt. Diese Folien für den eigenen Wagen vorzubereiten und anzubringen ist also oft mit hohen Kosten verbunden.

Obwohl das Aufdrucken nicht wirklich neu ist, erlebte der Trend im 21. Jahrhundert einen regelrechten Boom. Besonders das Aufdrucken von niedlich-aussehenden Mädchen, besonders Moe-Girls erlangte eine hohe Beliebtheit, da aufgrund von diversen Animes wie K-On!, der 2007 auf dem Markt erschienen ist, dieser Moe-Boom noch stärker gefördert wurde.

Einen Wagen, welcher so beklebt ist, nennt man also schlicht “Itasha”. Der erste Itasha, der überhaupt zu großer medialer Aufmerksamkeit gekommen ist, war im Jahre 2008 im internationalen Rennsport und es fanden sich dort Sponsoren wie die Dojin-Ladenkette Melonbooks. Nicht nur innerhalb Japans, sondern auch International erlangte ein Itasha im Hatsune Miku-Stil bei der Fédération Internationale de l’Automobile Aufmerksamkeit.

Tatsächlich war das etwas ganz ungewöhnliches, wenn dir inmitten einer professionellen Internationalen Renn-Meisterschaft im Rückspiegel Hatsune Miku entgegen lächelt.

Anime-Motive im Professionellen Bereich

Heute wird über Itashas gestaunt. Da ist es auch nicht mehr verwunderlich, dass es schon eigene Veranstaltungen dazu gibt, wie etwa Autosalone in Ariake. Auch Goodsmile Company ist mit am Start und bestimmte Fans wissen, dass es sich hierbei um einen Hersteller u.a. von Nendoroids handelt. So sponsern diese mit Goodsmile Racing einen Rennteam. Der Wagen ist ebenfalls ein Itasha.

Das schöne übrigens an diesem Trend ist: Es gibt nicht direkt Regeln oder irgendwelche Einschränkungen. Es können alle möglichen Motive aufgeklebt werden, die man sich wünscht. Das besondere dabei ist ebenso, dass es sich nicht nur auf Autos beschränkt. So gibt es auch unter Motorrädern sogenannte “Itasha” – ja selbst bei Fahrräder kommt das des Öfteren vor. Diese werden auch “Itachari” genannt.

Was sagt ihr dazu? Würdet ihr euren Wagen auch entsprechend verzieren?

@ARIAROZARIO


Zevu/CC BY-SA 4.0

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[…] Werbetrommel gerührt, wenn es um neue Animes oder Ankündigungen geht. Besonders auch sogenannte Itashas finden sich in Japan zuhauf. Abbildungen auf Bussen und Zügen sind in Japan keine Seltenheit, um […]

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[…] es sich hier um einen schönen Itasha. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, kann gerne mal hier vorbei schauen. Sowohl seitlich als auch vorne werden jeweils die Hauptprotagonistinnen des Animes […]

Chris
Gast
Chris

Schöner Artikel. Im übrigen wächst die Itasha Szene in Deutschland und Europa stetig. Paar Informationen hierzu findet man auf nge-Itasha.info